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Decathlon

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Wie nachhaltig ist Decathlon?

FutureScore
48%

Decathlon sticht vor allem bei Ökodesign

Unsere Highlights

Unsere Impulse

Den Ökodesign Ansatz sehen wir positiv

schwere, öffentlich dokumentierte Vorwürfe in der Lieferkette stehen im Raum

Champions Level bei ZDHC für den Umgang mit Chemikalien

Mehr Engagement bei existenzsichernden Löhnen und gegen Kinderarbeit ist zwingend notwendig

Hoher Anteil an recycelten Materialien

Eine unabhängige MSI für die Lieferkette ist wünschenswert

Dieser FutureCheck bezieht sich ausschließlich auf die Eigenmarken von Decathlon.

Wo produziert Decathlon?

  • Decathlon produziert in 45 Ländern. Darunter. China, Frankreich, Bangladesch, China, Indien, Vietnam, Türkei.
  • in 23 Produktionsländern arbeiten eigene Decathlon Teams in den Fabriken (sogenannte Produktionsbüros)
  • Decathlon selbst betreibt 6 eigene Fabriken
    • Frankreich: 2
    • Festlandchina: 4
  • Insgesamt arbeitet Decathlon mit 1.210 Zulieferern zusammen

Einordnung: Wir halten es für gut, dass Decathlon eigene Fabriken unterhält und auch die eigenen Teams in den Produktionsländern sind für uns ein positives Signal, da hier Ansprechpartner und eine nähe zu den Zulieferern und Mitarbeitern existiert.

Wie transparent ist die Lieferkette von Decathlon?

2,5 von 9
27%

Fashion Transparency Index 2023: 2.6 von 10
Der Social Benchmark Score bei der World Benchmarking Alliance liegt mit 40,1, da 20 Punkte über dem Branchendurchschnitt.

In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?

  • ZDHC (Zero Discharge of Hazardous Chemicals, Roadmap to Zero) – Beitritt 2022
  • UN Fashion Industry Charter for Climate Action
  • Science Based Targets initiative (validierte Ziele)
  • UN Global Compact (Living-Wage-Arbeitsgruppe)
  • Lab Transition Nature (OFB, WWF, SBTN) und Programm „Entreprises Engagées pour la Nature“
  • EPR-Kanäle Refashion und Ecologic (EPR steht für Extended Producer Responsibility)
  • Konsortien CISUTAC („Circular & Sustainable Textiles & Clothing“), Euratex, Recyc’Elit

Einordnung: Die letzten 3 Punkte mischen zwei sehr unterschiedliche Kategorien: gesetzlich verpflichtende bzw. staatliche Strukturen (Refashion, Ecologic, ADEME/OFB-Programme, EEN) – dort ist die Teilnahme für Decathlon in Frankreich teils zwingend und sagt wenig über freiwilliges Engagement aus – und genuin freiwillige Bemühungen (Lab Transition Nature, CISUTAC, Recyc’Elit). Insgesamt sind alle genannten Akteure etabliert und glaubwürdig; zwei Einschränkungen sind fair: Euratex ist ein Branchenlobbyist, und bei Recyc’Elit besteht eine Eigentümerbeziehung mit Decathlon, weshalb diese „Partnerschaft“ weniger als unabhängige Validierung zählt als die anderen Positionen. Trotz gesetzlicher Verpflichtung sehen wir diese Punkte positiv.

Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?

Zahlt Decathlon existenzsichernde Löhne?

  • Es gibt laut FashionChecker.org keine Belege, dass Decathlon existenzsichernde Löhne bezahlt.
  • Living-Wage-Projekt mit Wage Indicator Foundation (Anker-Methodik), Gap-Analysen bei 53 Partnern/126 Standorten, Ziel Living Wage für alle Mitarbeitenden bis 2027

Hat das Unternehmen ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen?

Was unternimmt Decathlon gegen Kinderarbeit?

  • Kein öffentlich nachgewiesenes CLMRS. Decathlon nutzt fabrikbezogene Kontrollen, vertrauliche Beschäftigtenbefragungen und externe Unterstützung bei Untersuchungs- und Abhilfeverfahren. Ein systematisches gemeindebasiertes Kinderarbeitsmonitoring mit dokumentierter Kinder- und Familienbegleitung sowie unabhängigen Nachkontrollen ist in den geprüften Quellen nicht belegt. Die Recherche von Disclose/Cash Investigation zu Kinderarbeit bei einem Zulieferer zeigt zudem konkrete Grenzen des bisherigen Kontrollansatzes.

Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?

  • China, 2025: Vorwürfe zu Zwangsarbeit und Kinderarbeit (Quellen: Disclose – Originalrecherche, 06.02.2025, Business Insider – Unternehmensreaktion, 08.02.2025.)
    • Was wurde berichtet?
      Am 6. Februar 2025 veröffentlichten Disclose und Cash Investigation eine Recherche über Decathlons Textilzulieferer Qingdao Jifa Group. Grundlage waren unter anderem interne Unterlagen, chinesische Veröffentlichungen und verdeckte Aufnahmen aus dem Sommer 2024.
    • Die wesentlichen Vorwürfe:
      • Jifa und verbundene Produktionsstätten seien an staatlichen Programmen zur Vermittlung beziehungsweise zum Transfer uigurischer Arbeitskräfte beteiligt. Die Recherche beschreibt diese Programme als mit erheblichen Zwangsarbeitsrisiken verbunden.
      • In der Fabrik Yanggu Jifa in Sanzhiwang, Shandong, filmten die Reporter ein Mädchen, das sein Alter mit zwölf Jahren angab und an einem Decathlon-Poloshirt arbeitete.
      • Eine Verantwortliche einer weiteren Jifa-Fabrik erklärte laut Recherche, die für Decathlon verwendete Baumwolle könne aus Xinjiang stammen.
    • Wie reagierte Decathlon?
      • Decathlon bestätigte Qingdao Jifa Group als direkten Zulieferer.
      • Das Unternehmen bestritt dagegen, dass Xinjiang Xirong Clothing, eine in der Recherche genannte frühere Jifa-Tochter, jemals Decathlon-Zulieferer gewesen sei.
      • Es verurteilte Zwangsarbeit, verwies auf seinen Verhaltenskodex und erklärte, seine Baumwolle stamme vollständig aus Quellen, die sich verantwortungsvolleren Praktiken verpflichtet hätten.
      • Gegenüber AFP kündigte Decathlon Maßnahmen an, falls sich die Vorwürfe bestätigen.
  • Bangladesch, 2025: Arbeitszeit, Entlohnung und Arbeitsschutz (Quelle: Disclose – Bangladesch-Recherche, 04.02.2025.)
    • Was wurde berichtet?
      Am 4. Februar 2025 veröffentlichte Disclose eine Untersuchung auf Grundlage interner Decathlon-Dokumente und Aussagen ehemaliger Beschäftigter. Betroffen waren unter anderem die Schuhproduzenten Edison Footwear und Landmark Footwear.
    • Die Vorwürfe umfassten:
      • starken Preisdruck durch Decathlons Einkaufspraktiken und eine Lieferantenauswahl, die niedrige Lohnkosten begünstige;
      • nicht existenzsichernde Entlohnung und problematische Arbeitszeiten;
      • Hinweise auf sehr junge Beschäftigte, deren genaues Alter teilweise nicht festgestellt werden konnte;
      • unzureichenden Schutz beim Umgang mit potenziell gesundheitsschädlichen Klebstoffen;
      • vorgelagerte, nicht ausreichend überwachte Produktionsstätten für Schuhkomponenten.
      • Wichtig für den Zeitraum: Einige der im Artikel angeführten Lohn- und Arbeitszeitdaten stammen aus 2020 und liegen damit außerhalb des Untersuchungsfensters. Die Recherche enthält aber auch Material aus 2022 und Ende 2024; ältere Zahlen sollten nicht als aktuelle Zustände ausgegeben werden.
    • Wie reagierte Decathlon?
    • Bei Edison Footwear räumte Decathlon laut Disclose Abweichungen von den eigenen Standards bei Arbeitszeit und Entlohnung ein. Diese seien behoben worden.
    • Das Unternehmen erklärte, seine Audits hätten keine Kinderarbeit festgestellt.
    • Zu Landmark Footwear erklärte Decathlon, die Fabrik sei erst 2025 nach Erfüllung der Standards in das Lieferantennetz aufgenommen worden. Disclose hielt dem Produktionsanweisungen mit Decathlon-Bezug entgegen, die auf Dezember 2024 datiert waren.

Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?

  • Ein vollständiges lieferkettenbezogenes Konsumenten-Tracking wird nicht beschrieben. Es gibt RFID-basierte Rückverfolgbarkeit (seit 2010/2019 RAIN RFID): 99% der Produkte mit Label, 84 Mrd. Events, 91% durchgehende Traceability-Rate – aber intern/entlang des Lebenszyklus; der Digital Product Passport (DPP) ist im Aufbau. Für Konsumenten gibt es bisher nur Umweltkommunikation wie CO₂-Anzeigen pro Produkt in 7 Ländern

Welche Materialien verwendet Decathlon?

3,5 von 6
58%

Fünf strategische Materialfamilien decken 80% des Verbrauchs ab: Metalle, Textilien, Papier/Zellstoff, Kunststoffe, Gummi

Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?

  • BCI (Better Cotton)
  • GOTS
  • OCS
  • GRS
  • US Cotton Trust Protocol
  • Regenagri
  • Fairtrade/Max Havelaar (Baumwolle/Kakao)
  • FSC®/PEFC (Papier)
  • RWS (Wolle, 100% bis 2026 angestrebt)
  • RDS (Daunen)

Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?

  • 34% der Baumwolle ist Bio.

Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?

  • Polyester zu 82,8% recycelt
  • Baumwolle: 15% recycelt,

Ist die Kollektion plastikfrei?

  • Nein, Polyester nimmt einen großen Anteil am Gesamtmix ein.

Einordnung: Wir sehen Polyester bei Sport – und Funktionskleidung nicht ganz so kritisch wie bei normaler Mode.

Ist die Kollektion vegan?

  • Nein, nicht vollständig vegan. Daunen, Wolle und Leder werden verarbeitet
  • Decathlon verzichtet auf Echtpelz.

Ist Decathlon Fast Fashion?

2 von 2
100%
  • Decathlon ist kein klassischer Fast Fashion Anbieter und veröffentlicht 2 Hauptkollektionen pro Jahr.
  • Anders als große Sportartikelhersteller verzichtet Decathlon aber auf limitierte Editionen (Capsules)

Wie ökologisch produziert Decathlon

2,5 von 10
25%

Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?

  • Decathlon hat als ZDHC Unterzeichner bereits Champions Level erreicht.

Einordnung: Das Champions Level zeigt, dass Decathlon nicht nur ein Bekenntnis bzgl. Chemikalien in der Produktion abgibt, sondern auch handelt. Wir bewerten zwar allein die Unterzeichnung bereits, aber für Accelerator und Champion gibt es weitere Punkte. Dieser Punkt hat also einen großen Einfluss auf unseren FutureScore.

Wie viel Wasser wurde seit 2021 eingespart?

  • Keine absolute Ersparnismenge im Bericht genannt. Konkreter wird Decathlon bei einem neuen Färbeverfahren für Polyester: -20% Wasserverbrauch bei 9 Haupt-Textillieferanten
  • eine Studie zum Wasserfußabdruck startet 2026

Wie viel CO₂ wurde seit 2021 eingespart?

  • 16,4% CO₂ Einsparung seit dem Basisjahr 2021

Wie viel Müll konnte eingespart werden?

  • Decathlon setzt ein Tool zur verschnittfreien Schnittoptimierung ein
  • erweiterte Produzentenverantwortung (EPR), Recycling von Sportartikeln, Dead-Stock-Management, betriebliches Abfallmanagement zusätzlich Minimum Waste Design (MWD) seit 2019
  • Einwegplastik konnte seit 2020: ca. 80% auf 1.485t reduziert und durch Papierverpackungen ersetzt werden.

Einordnung: Plastik durch Papierverpackungen zu ersetzen, ist mit Blick auf die Ökobilanz nicht nachhaltiger. Eine konkrete Zahl wie viel Verpackungsmüll insgesamt eingespart wurde, nenne Decathlon nicht. Auch bei Produktionsabfällen nenne Decathlon keine Einsparung.

Reparatur und Kreislauffähigkeit bei Decathlon

2,5 von 3
83%

Sind die Produkte kreislauffähig?

  • 53,9% der Produkte sind mit Ökodesign-Ansatz entwickelt.

Einordnung: Ein Produkt gilt als „Ökodesign“, wenn die Umweltwirkung mindestens 10%& weniger Impact als das Vorgänger Produkt aufweist, 30% langlebiger als der Durschnitt in gleicher Produktfamilie ist und für mindestens 80% der Defekte eine Reparaturlösung existiert.

Wir sehen diesen Ansatz positiv. Auch wenn er nicht gleichbedeutend mit Circular Fashion ist.

Gibt es ein Reparaturprogramm?

  • Ja. 1.748 Werkstätten in den Filialen (2024: 1.730)
  • Reparatur-Framework, Ersatzteil- und Tutorial-Portal in 14 Sprachen/13 Ländern, technische Hotline in 10 Ländern
  • 63% der als reparierbar geltenden Produkte wurden in Decathlon-Werkstätten repariert

Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.

Quelle: Annual ESG Report 2025

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