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ZARA

  • low 

Wie nachhaltig ist ZARA?

FutureScore
38%

ZARA bzw. der Mutterkonzern Inditex (Pull&Bear und Bershka gehören ebenfalls dazu) hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Das Geschäftsmodell Fast Fashion ist allerdings generell negativ zu bewerten. Gerade bei der Forschung von nachhaltigen Alternativen ist ZARA aktiv. Ein FutureScore von 38 % ist nicht besonders gut – ZARA liegt damit in unserer zweitniedrigsten Kategorie. [v5; 31.07.2026]

Entwicklung seit dem letzten FutureCheck

Nach Auswertung des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 sehen wir deutliche Verbesserung. Das liegt sicher auch daran, dass der letzte uns vorliegende Bericht aus dem Jahr 2022 stammt und seitdem hat sich erfreulicherweise viel getan. Damit liegt ZARA nicht mehr im Bereich „BAD“ aber immer noch bei „LOW“

Unsere Highlights

Unsere Impulse

Der Umgang mit Chemikalien hat sich stark verbessert

ZARA Ist Ultra Fast Fashion. Die Reduktion von Kollektionen ist hier dringend erforderlich

Die Forschung an nachhaltigeren Alternativen wird vorangetrieben

Unabhängige Audits wären wünschenswert. Selbstauskunft ist uns zu wenig

der Anteil an Bio-Baumwolle wächst

Nur geringe Reduktion des CO2 Ausstoßes

Nachhaltige Alternativen zu ZARA im Avocadostore*

Wo produziert ZARA?

  • Europa: Spanien, Portugal, Marokko, Türkei
  • Asien: Indien, Pakistan, Bangladesh, China, Kambodscha, Vietnam
  • Inditex besitzt eigene Fabriken in der Nähe des Hauptsitzes in Arteixo (A Coruña, Spanien). Hier werden ca. 15 % der Kollektion produziert.

Wie transparent ist die Lieferkette von ZARA?

2,5 von 8
31%

In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?

  • United Nations Global Compact (UNGC)
  • The Fashion Pact (für Klimaschutz und Biodiversität)
  • Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) (Chemikalienmanagement)
  • Apparel and Textile Transformation Initiative (ATTI) (Dekarbonisierung der Textilindustrie)
  • Science Based Targets initiative (SBTi) (Klimaziele)
  • CEO Water Mandate (Wassermanagement)
  • Alliance for Water Stewardship
  • MIT Climate and Sustainability Consortium
  • International Labour Organization (ILO)
  • UNI Global Union & IndustriALL Global Union (Arbeitsrechte)

Einordnung: Keiner der genannten Initiativen gehört zu den von uns bevorzugten Organisationen (wie etwa FWF, Certified B…) Das liegt vor allem daran, dass hier keine Reports der Mitglieder veröffentlicht werden und alles auf Selbstauskunft basiert. Dennoch sehen wir die Mitgliedschaft in vielen dieser Initiativen positiv und in der Kombination ist das eine gesunde Basis.

Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?

  • Nein, Inditex veröffentlicht keine vollständige Liste seiner Zulieferer

Wie garantiert das Unternehmen faire Löhne?

  • Sozialer Dialog (Förderung von Tarifverhandlungen)
  • Existenzsichernde Löhne („Living Wages“)
    • Ziel: Erreichung von fairen Löhnen in der Lieferkette durch:
      • Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Lohnanpassung.
      • Pilotprojekte in ausgewählten Ländern (z. B. Bangladesh, Türkei).
      • Externe Audits zur Überprüfung der Lohnstandards.
  • Gesundheit & Sicherheit
  • Respekt & Würde
  • Resilienz (Unterstützung bei Krisen)

Einordnung: Da Inditex in seinem Nachhaltigkeitsbericht oder an anderen Stellen nicht über die Entwicklung berichtet, können wir diesen Abschnitt nicht positiv bewerten. Externe Audits finden ebenfalls nicht statt.

Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen, um faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten?

  • Code of Conduct for Manufacturers and Suppliers (verbindlich für alle Lieferanten).
  • Regelmäßige Audits:
    • Soziale Audits zur Einhaltung von Arbeitsrechten (z. B. Arbeitszeit, Kinderarbeit, Diskriminierung).
    • Umwelt-Audits (Green to Wear-Standard).
  • Korrekturmaßnahmenpläne (CAPs) bei Verstößen.
  • Schulungen für Lieferanten zu:
    • Arbeitsrecht
    • Chemikalienmanagement (ZDHC)
    • Wassermanagement
  • Grievance Mechanisms (Beschwerdesysteme):
    • Ethics Line (anonym für Arbeiter in der Lieferkette)

Einordnung: Auch diese Maßnahmen basieren einzig auf internen Audits, die aber nicht öffentlich einsehbar sind.

Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen konkret, um Kinderarbeit zu verhindern?

  • Strikte Verbote in allen Richtlinien (z. B. Code of Conduct for Manufacturers and Suppliers).
  • Altersüberprüfungen in der Lieferkette:
    • Dokumentenprüfung (Geburtsurkunden, Arbeitsverträge).
    • Unangekündigte Audits in Hochrisikoländern.
  • Zusammenarbeit mit NGOs:
    • UNICEF, Save the Children, ILO (Internationale Arbeitsorganisation).
  • Bildungsprogramme:
    • Unterstützung von Schulprojekten in Produktionsländern (z. B. Bangladesh).
  • Remediation (Wiedergutmachung):
    • Bei Feststellung von Kinderarbeit: Sofortige Entlassung + Schulplatzgarantie für betroffene Kinder.

Einordnung: Gerade die Zusammenarbeit mit UNICEF, Save the Children und ILO möchten wir hervorheben.

Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?

  • Bangladesch: Niedriglöhne, Lohnvorenthaltung und Repression nach Mindestlohnprotesten (besonders 2023–2025)
    NGOs kritisieren, dass Beschäftigte bei Zulieferern weiterhin Löhne unterhalb eines existenzsichernden Niveaus erhielten. Berichte erwähnen außerdem Vorwürfe von Lohnraub, verbaler bzw. körperlicher Misshandlung und Strafverfahren gegen zahlreiche protestierende Arbeiter*innen.

    Die direkte Verantwortlichkeit Inditex’ für einzelne Übergriffe oder Verfahren ist dabei nicht allgemein gerichtsfest nachgewiesen; Kritiker:innen forderten jedoch, Inditex solle als wichtiger Einkäufer gegenüber Lieferanten auf Abhilfe und die Einstellung der Verfahren drängen. Inditex erklärte öffentlich, höhere Mindestlöhne in Bangladesch zu unterstützen.

    Quellen: Business & Human Rights Resource Centre, Clean Clothes Campaign, 2025
  • Myanmar: Vorwürfe zu langen Arbeitszeiten und sehr niedrigen Löhnen; Ausstieg aus der Beschaffung (2021–2023)
    In Zulieferfabriken in Myanmar wurden in Branchenrecherchen sehr niedrige Tageslöhne, lange Arbeitstage und eingeschränkte freie Tage thematisiert. Zusätzlich standen Entlassungen und Auftragsstreichungen im Zusammenhang mit der Pandemie sowie die sich verschärfende Menschenrechtslage nach dem Militärputsch in der Kritik.

    Inditex kündigte im Juli 2023 an, die Beschaffung aus Myanmar schrittweise und „verantwortungsvoll“ zu beenden. Der Schritt erfolgte nach anhaltendem Druck von Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen.

    Quellen: Reuters, 27. Juli 2023, Deutsche Welle
  • Spanien: Konflikt über geplante Vereinheitlichung von Bedingungen im Einzelhandel (2026)
    Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter:innen warnten 2026 vor einem geplanten branchenweiten bzw. unternehmensweiten Regelwerk, das lokal ausgehandelte Lohn- und Sozialleistungen verschlechtern könne. In einem öffentlichen Appell wurde befürchtet, dass bisherige regionale Errungenschaften verloren gehen.

    Das betrifft nicht die Lieferkette, sondern direkte Beschäftigte im spanischen Filialgeschäft. Es handelt sich um einen laufenden Arbeitskonflikt über die Ausgestaltung eines Abkommens, nicht um einen festgestellten Gesetzesverstoß.

    Quelle: Business of Fashion
  • Transparenz der Lieferkette und Risiko menschenrechtlicher Verstöße (2024)
    Investor:innen forderten Inditex auf, die Lieferkette umfassender offenzulegen. Hintergrund waren Risiken wie Niedriglöhne, Gewerkschaftsbehinderung und mögliche Zwangsarbeitsrisiken in globalen Lieferketten. Das ist kein Nachweis, dass Inditex konkrete Zwangsarbeit eingesetzt habe, sondern Kritik an Transparenz und Kontrollierbarkeit.

    Quelle: Reuters, 11. März 2024

Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?

  • Nein, es gibt kein öffentlich zugängliches Endverbraucher-Tracking (z. B. QR-Code auf Produkten).

Ist ZARA Fast Fashion?

0 von 2
50%
  • Ja! ZARA zählt sogar zu Ultra Fast Fashion. Zwar veröffentlicht das Unternehmen keine Informationen über die Anzahl der Kollektionen. Branchenbeobachter sprechen aber von 2 Produktupdates pro Woche.
  • „Ultra-Fast-Fashion“ und Luftfracht: struktureller Druck auf Zulieferfabriken (2023–2025)
    Public Eye, Clean Clothes Campaign und weitere Organisationen kritisierten Inditex’ Nutzung von Luftfracht. Ihr Vorwurf: extrem kurze Lieferfristen und kurzfristige Bestelländerungen könnten in Produktionsstätten Überstunden, Arbeitsverdichtung und Druck auf Löhne fördern. Diese Kritik verbindet ökologische Belastungen mit Arbeitsrechtsrisiken.
    Das ist weniger ein einzelner Lohnskandal als ein Vorwurf gegen das Geschäfts- und Beschaffungsmodell. Inditex betont seinerseits, dass der überwiegende Teil der Warenmenge auf dem See- und Landweg transportiert werde.
    Quellen: Public Eye, Clean Clothes Campaign, 2025

Welche Materialien verwendet ZARA?

3,5 von 6
58%
MaterialAnteil am GesamtmixZertifizierung/Standard
Baumwolle~50%58% Organic (OCS/GOTS), 11% in Conversion, 21% Recycled (RCS/GRS), 1% Regenerativ (Regenagri)
Polyester~20%98% recycelt (RCS/GRS/Repreve/Eucertplast)
Leinen~5%96% European Flax (EU-Zertifikat), 1% recycelt
Man-made Cellulosics~10%92% zertifiziert (Canopy, FSC, Changing Markets)
Wolle~5%Responsible Wool Standard (RWS)
Andere (z. B. Polyamid)~10%Teilweise recycelt oder biobasiert

Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?

MaterialSiegel/Zertifizierung
BaumwolleOCS (Organic Content Standard), GOTS (Global Organic Textile Standard), Regenagri
PolyesterRCS (Recycled Claim Standard), GRS (Global Recycled Standard), Repreve, Eucertplast
LeinenEuropean Flax Certificate, RCS/GRS
Man-made CellulosicsFSC (Forest Stewardship Council), Canopy, Changing Markets Foundation
WolleResponsible Wool Standard (RWS)
LederLeather Working Group (LWG)

Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?

  • Baumwolle: 58% Organic (OCS/GOTS)
  • Leinen: 96% European Flax (Bio-Anbau)

Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?

  • 47% der Gesamtfasern sind recycelt (2025).
  • Polyester: 98% recycelt.
  • Baumwolle: 21% recycelt.

Ist die Kollektion plastikfrei?

  • Nein, der Polyesteranteil ist mit ca 20 % zwar niedriger als bei Mitbewerbern, aber dennoch in vielen Teilen vorhanden
  • Inditex forscht aber zu den Themen Mikroplastik
    • The Microfibers DNA by Inditex (Reduktion von Mikroplastik aus Textilien).
    • Air Fiber Washer (Technologie zur Reduktion von Mikrofasern beim Waschen)

Ist die Kollektion vegan?

  • Nein, Es gibt zwar vegane Teile, die gesamte Kollektion ist aber nicht vegan (Leder, Wolle)
  • Inditex hat sich der Fur Free Retailer Programm-Initiative angeschlossen

Wie ökologisch produziert ZARA?

4,5 von 10
45%

Wie viel Wasser wurde seit 2018 eingespart?

  • 26% Reduktion des Wasserverbrauchs in der Lieferkette (2025 vs. 2020).
    • Ziel 2025: 25% Reduktion → übertroffen (26%).
    • Absolut: 75 Liter/kg Kleidung (2025) vs. 101 Liter/kg (2020).

Wie viel CO₂ wurde seit 2018 eingespart?

  • Gesamtemissionen (Scope 1+2+3):
    • 2025: 12.670.431 t CO₂e ()
    • Einsparung seit 2018: ~11% (basierend auf SBTi-Zielen).
  • Scope 1+2 (eigene Operationen):
    • 88% Reduktion seit 2018 (59.238 t CO₂e in 2025 vs. 495.584 t in 2018).
  • Scope 3 (Lieferkette):
    • 7% Reduktion in den SBTi-relevanten Kategorien

Einordnung: Wir halten 20 % Einsparungen für den Mindestandard. Mitbewerber zeigen auch, dass das möglich ist. Erst dann geben wir einen Punkt – 11% liegt deutlich darunter.

Wie viel Müll konnte eingespart werden?

  • ~50% weniger Plastikverpackungen seit 2018
  • 100% recycelbare oder wiederverwendbare Verpackungen
  • Inditex verfolgt zwar einen Plan um Produktionsabfälle zu reduzieren, nennt aber keine konkreten Zahlen
  • Schätzungen liegen bei 20 %

Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?

  • Green to Wear (GtW): Umweltstandards für Nassprozesse (Färben, Waschen).
  • Clear to Wear (CtW): Beschränkung schädlicher Substanzen in Endprodukten.
  • The List by Inditex: Zulässige Chemikalienliste für Lieferanten.
  • Inditex ist ZDHC Mitglied / 1.258 Fabriken auf der Detox Map gelistet
    • Roadmap to Zero: 482 Fabriken Level 1, 116 Level 2
  • Positivliste für erlaubte Chemikalien in der Produktion. Nur zertifizierte Chemikalien (z. B. von Bluesign®, OEKO-TEX®) dürfen verwendet werden
  • Zusammenarbeit mit BASF, CHT, Pulcra für nachhaltige Alternativen

Reparatur und Kreislauffähigkeit bei Bestseller

1 von 3
33%

Sind die Produkte kreislauffähig?

  • 88% der Fasern sind recycelbar oder biologisch abbaubar

Einordnung: Die Kollektion besteht aber trotzdem aus Mischgewebe und ist damit nicht kreislauffähig. Dennoch sehen wir die Eintwicklung positiv.

Gibt es ein Reparaturprogramm?

  • Ja, Mit Pre-Owned bietet ZARA sein eigenes Reparaturprogramm an

Quellen: Sustainability Report 2025 Inditex

Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.

1 Kommentar zu „ZARA“

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