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Tom Tailor

Wie nachhaltig ist Tom Tailor?

FutureScore
33%

Tom Tailor hat einige wichtige Hebel umgelegt. Wir bewerten zwar keine reinen Zielvorgaben, da diese aber in Anbetracht des bisher Erreichten nicht utopisch sind, sehen wir das wohlwollend. Eine unabhängige Kontrollinstanz der Lieferkette würde die Nachhaltigkeitsbemühungen unterstreichen. Der Fokus auf Monomaterialien in der Zukunft ist definitiv positiv zu werten. Negativ fällt allerdings die hohe Anzahl der Kollektionen auf, was das Unternehmen in die Ecke der Fast Fashion Marken rückt.

Ein FutureScore von 33 ist kein guter Wert und liegt in unserer Kategorie LOW.

Unsere Highlights

Unsere Impulse

Fokus auf langfristige Partner

Abkehr vom Fast Fashion Ansatz halten wir für zwingend notwendig

Das Unternehmen muss dringend bei Ressourcenmanagement und Ökologie in der Produktion zulegen

Mehr Bio-Materialien sollten verwendet werden. Zumindest zertifizierte Baumwolle, sollten mehr als nur 60% ausmachen

Wo produziert Tom Tailor?

  • Tom Tailor hat keine eigenen Fabriken, arbeitet mit 72 langfristigen Partnern zusammen.
  • TOM TAILOR besitzt keine eigenen Produktionsstätten; die Fertigung erfolgt über unabhängige Tier-1-Lieferanten in neun Beschaffungsländern: Bangladesch (31 Fabriken), China (25), Türkei (11), Vietnam (9), Indien (8), Kambodscha (7), Sri Lanka (5), Indonesien (5), Ägypten (1)

Wie transparent ist die Lieferkette von Tom Tailor?

4 von 9
44%

Fashion Transparency Index 2023: 125,5 von 250 möglichen Punkten

In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?

  • amfori (BSCI-Sozialaudits und BEPI-Umweltmonitoring)
  • ZDHC (Signatory Brand seit September 2023)
  • Better Cotton Initiative (BCI)
  • SBTi (validierte Ziele)
  • Textile Exchange-Standards

Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?

  • Tom Tailor hat nicht im Rahmen des Transparency Pledge zu Transparenz und Mindeststandard verpflichtet.
  • Aber auf Open Supply Hub wird eine vollständige Liste aller Lieferanten veröffentlicht

Werden bei Zulieferern von Tom Tailor existenzsichernde Löhne gezahlt?

  • Es gibt laut fashionchecker.org keine Belege, dass Tom Tailor existenzsichernde Löhne bezahlt. (Quelle. FashionChecker.org

Hat das Unternehmen ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen?

Was unternimmt Tom Tailor gegen Kinderarbeit?

  • Ein gemeindebasiertes CLMRS nicht öffentlich nachgewiesen. Tom Tailor beschreibt BSCI-basierte Lieferantenanforderungen, Fabrikaudits und ein unternehmensgesteuertes Hinweisgebersystem. Systematisches Schul-/Haushaltsmonitoring sowie individuelle Abhilfe und Nachbetreuung betroffener Kinder sind in den geprüften Quellen nicht belegt.

Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?

  • Bangladesch, April 2023: Beschwerde wegen unzureichender Arbeitssicherheit
    • Vorwürfe: Beschäftigte, vertreten durch die Gewerkschaft National Garment Workers Federation (NGWF) und unterstützt von ECCHR und FEMNET, reichten beim BAFA eine Beschwerde gegen Tom Tailor, Amazon und IKEA ein.
    • Nach Darstellung der Beschwerdeführenden hatten die Unternehmen die Sicherheit bei Zulieferern nicht ausreichend überwacht. Grundlage waren Gewerkschaftsrecherchen vom März 2023. Diese hätten Sicherheitsmängel, fehlende Inspektionen und Einschränkungen der Vereinigungsfreiheit aufgezeigt.
    • Die Organisationen kritisierten außerdem, dass die Unternehmen dem International Accord für Gesundheit und Sicherheit in der Textilindustrie damals nicht beigetreten waren, obwohl sie wiederholt auf Risiken hingewiesen worden seien.
    • Belegstatus: Die Einreichung der Beschwerde ist dokumentiert. Sie ist weder eine gerichtliche Verurteilung noch ein Nachweis einer behördlich festgestellten Pflichtverletzung. Es handelte sich um eine BAFA-Beschwerde, nicht um eine Schadensersatzklage.
    • Unternehmensreaktion: Laut Sourcing Journal beantwortete Tom Tailor die damalige journalistische Anfrage zunächst nicht. Eine spätere konkrete Stellungnahme zur Beschwerde oder eine abschließende BAFA-Entscheidung konnte ich hier nicht verifizieren.
    • Quellen: Due Diligence Design, 27. April 2023; Sourcing Journal, 25. April 2023.
  • Myanmar, 2023: Erzwungene Überstunden und Lohnvorwürfe bei Lat War
    • Vorwürfe: Im April 2023 berichteten Beschäftigte der Lat-War-Bekleidungsfabrik über:
    • verpflichtende Überstunden und vorenthaltene Löhne;
    • überhöhte Produktionsziele;
    • fehlenden Zugang zu Trinkwasser;
    • verweigerte Urlaubsrechte.
    • Das BHRRC bat Tom Tailor und weitere Marken um Stellungnahmen.
    • Unternehmensreaktion: Am 6. Oktober 2023 erklärte Tom Tailor: Der Rückzug aus Myanmar sei bereits 2022 beschlossen worden.
    • Die letzte Produktion für Tom Tailor sei im Dezember 2022 abgeschlossen worden.
    • Für die Produktionszeit hätten gültige Auditberichte vorgelegen.
    • Weil keine laufende Produktion mehr bestehe, werde das Unternehmen den Vorgang nicht weiter untersuchen.
    • Einordnung: Die berichteten Missstände von April 2023 liegen nach dem von Tom Tailor genannten Produktionsende. Deshalb lassen sie sich nicht ohne Weiteres als Verstöße während einer laufenden Tom-Tailor-Beauftragung darstellen. Zugleich belegen vorhandene Auditberichte weder die Widerlegung der Vorwürfe noch eine Abhilfe für Beschäftigte.
    • Quellen: BHRRC: Vorwürfe bei Lat War; Tom Tailors Stellungnahme vom 6. Oktober 2023.
  • Bangladesch, 2024: Ausstehende Zahlungen bei DIRD
    • Das BHRRC dokumentiert einen Fall, in dem knapp 1.000 Beschäftigte nach Entlassungen mit einem Sitzstreik ausstehende Zahlungen forderten.
    • Unternehmensreaktion: Tom Tailor erklärte am 3. April 2024 lediglich, DIRD sei kein aktiver Zulieferer.
    • Einordnung: Diese Antwort klärt weder den Zeitpunkt einer möglichen früheren Geschäftsbeziehung noch eine mögliche Mitverantwortung. Eine laufende Lieferbeziehung oder konkrete Verantwortung Tom Tailors für die Zahlungsrückstände ist damit nicht belegt.
    • Quelle: BHRRC: Fallzuordnung und Tom Tailors Stellungnahme.

Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?

  • Ja! RETRACED-Plattform mit QR-Codes auf den Pflegeetiketten; Rückverfolgbarkeit vom Rohstoff bis zum fertigen Kleidungsstück, 66 % (Garnebene) bzw. 42 % (Rohstoffursprung)

Welche Materialien verwendet Tom Tailor?

2 von 6
33%
  • Baumwolle: 65,4 % (davon BCI 57,1 %, Bio 6,5 %, recycelt 1,8 %)
  • Synthetik: 24,0 % (davon recycelter Polyester 3,5 %, konventionell 20,3 %)
  • Chemiefasern auf Zellulosebasis: 9,2 % (TENCEL™ 0,5 %, ECOVERO™ 1,9 %, Livaeco™ 0,3 %, konventionell 6,5 %)
  • Bastfasern: 1,0 % (EUROPEAN FLAX® 0,9 %)
  • Tierfasern: 0,4 % (recycelte Wolle 0,3 %, RWS-Wolle, recycelter Kaschmir 0,1 %)

Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?

  • Better Cotton Initiative (BCI)
  • GOTS, OCS
  • GRS
  • RWS, RAS, RMS, RDS

Einordnung: Die Rohstoffsiegel sind zwar positiv zu bewerten, allerdings nimmt Biobaumwolle einen sehr geringen Teil ein und damit wiegt das GOTS Siegel nicht so schwer. Dass lediglich 57% der Baumwolle BCI zertifziert ist, ist uns zu wenig um einen vollen Punkt zu geben.

Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?

  • 6,5 % der Baumwolle ist BIO

Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?

  • 655 t sekundäre Recyclingmaterialien (rund 5,8 % des Gesamtgewichts) darunter
    • recycelter Polyester (401,1 t)
    • recycelte Baumwolle (202,1 t)
    • recycelte Wolle (35,5 t)
    • Kaschmir (7,3 t)
    • Acryl (8,9 t)
    • Seide (0,1 t)

Ist die Kollektion plastikfrei?

  • Nein, der Polyesteranteil am Materialmix ist dafür zu hoch

Ist die Kollektion vegan?

  • Nein, Tom Tailor nutzt auch Wolle, Seide und Kaschmir

Ist Tom Tailor Fast Fashion?

0 von 2
0%
  • Tom Tailor ist keine klassische Fast Fashion Marke, gibt aber 10 Hauptkollektionen pro Jahr heraus.
  • Dazu kommen 2 End-of-Season-Kollektionen + NOS (Never Out of Stock)

Einordnung: Wir werten ein Unternehmen ab 10 Kollektionen pro Jahr als Fast Fashion.

Wie ökologisch produziert Tom Tailor?

2,5 von 10
25%

Wie viel Wasser wurde eingespart?

  • Nicht im Dokument erwähnt. Es werden nur Verbrauchs- und Recyclingmengen ausgewiesen: 6.378 m³ eigene Geschäftstätigkeit; 10,7 Mio. m³ vorgelagert; 868.697 m³ recyceltes/wiederverwendetes Wasser an Lieferantenstandorten

Wie viel CO₂ wurde eingespart?

  • Dem Bericht können wir die Reduktionsdaten für Scope 1 und 2 entnehmen:
    • Scope 1 sank 2025 um 39,6 % gegenüber 2024 (1.255 t)
    • Scope 2 (marktbezogen) um 38,1 %
    • Luftfracht von 17,62 % (2019) auf 1,37 % reduziert (−92 %)

Einordnung: für Scope 3 liegen keine Daten vor, also genau der Teil der Wertschöpfungskette, bei dem i.d.R. der größte Teil der Emissionen entstehen.

Wie viel Müll konnte eingespart werden?

  • Für Verpackung: Eliminierung von Einwegkunststoffen: 100 % recycelte Transport-Polybeutel, E-Commerce-Retourenbeutel ≥ 80 % Recyclingmaterial, 100 % recycelte FSC-Papierkartons, Konsolidierung von Mustern/Prototypen in gemeinsamen Beuteln, Verbot von Plastiktüten in Stores
  • 2025 fielen 37.420 kg Textilabfälle aus unverkauften Kleidungsstücken und Restbeständen an (32.500 kg GmbH + 4.920 kg E-Commerce)
    • Behandlung über Dienstleister: Wiederverwendung, Faserrecycling, energetische Verwertung – keine Deponierung; Aufteilung nach Gewicht nicht dokumentiert. „Einsparung“ nicht ausgewiesen

Einordnung: Eine klare Einsparungsmenge ist nicht angegeben und wir können keine klare Müllvermeidungsstrategie erkennen. Der Bericht enthält auch keine Informationen zur Reduktion von produktionsbedingten Stoffresten. Besonders negativ fällt uns der Begriff „energetische Verwertung“ auf, was wir als „Verbrennung“ interpretieren.

Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?

  • Tom Tailor ist ZDHC Mitglied und hat hier Accelerator Level

Reparatur und Kreislauffähigkeit bei Tom Tailor

1,5 von 3
50%

Sind die Produkte kreislauffähig?

  • Derzeit nur ansatzweise: Formelle Recyclingfähigkeitsquoten und zertifizierte Reparierbarkeitsmerkmale werden noch nicht systematisch erfasst; erste Schritte sind BE PART of the Loop (TEXAID) und MENDED
  • Durch Stichproben im Onlineshop haben einige Kleidungstücke aus Monomateralien gefunden

Gibt es ein Reparaturprogramm?

  • Ja – Reparaturservice mit MENDED, gestartet 2025, Pilot in 12 Stores,
  • 20 % Rabatt auf Reparaturen für Mitglieder des TOM TAILOR Clubs

Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.

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