Wie nachhaltig ist Adidas?
Adidas ist definitiv auf dem richtigen Weg und hat schon viele Ziele zu mehr Nachhaltigkeit umgelegt. Zudem treibt das Unternehmen Innovationen voran, die gut für die gesamte Branche sind (Kreislauffähigkeit zum Beispiel). Schade ist allerdings, dass die Materialien zum großen Teil konventionell sind und man den Fokus auf BCI-Baumwolle legt, die immer wieder in der Kritik steht. Ein FutureScore von 56 % ist ein solider Wert mit Luft nach oben. [v5, 29.07.2026]
Entwicklung zum Vorjahr
Nach Auswertung des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 sehen wir eine leichte Verbesserung
| Das macht Adidas besonders gut | Hier sehen wir Verbesserungspotenzial |
|---|---|
| Die Lieferkette ist transparent und öffentlich einsehbar | Mehr innovative und Bio-Materialien wären wünschenswert |
| 100 % recyceltes Polyester | Eine Mitgliedschaft in einer Initiative mit öffentlichem Fortschrittsbericht wäre schön |
| starker Fokus auf den verantwortungsvolen Einsatz von Chemikalien |
Wo produziert adidas?
- 91 % der Bekleidung werden in Asien produziert
- Mit 23 % ist Kambodscha der wichtigste Produktionsstandort. Danach folgen Vietnam und China.
- Bei Accessoires ist die Türkei mit 26 % der größte Zulieferer. Gefolgt von China und Pakistan.
Wie transparent ist die Lieferkette von Adidas
Im Vergleich zu 2024 hat sich Adidas bei der Transparenz in der Lieferkette unserer Meinung nach etwas verschlechtert. Das liegt vor allem daran, dass das Bündnis für nachhaltige Textilien die Erreichung der Meilensteine innerhalb der Roadmap nicht mehr veröffentlicht und wir nicht mehr bewerten können, ob Adidas innerhalb der Multistakeholder Initiativen Fortschritte macht. Eine unabhängige transparente Initiative, wie etwa die Fair Wear Foundation oder Certified B wäre hier wünschenswert.
In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?
- UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen)
- Fashion for Good (Nachhaltigkeitsinitiative in der Modebranche)
- Textile Exchange (Förderung nachhaltiger Materialien)
- Canopy (Schutz von Wäldern und nachhaltige Beschaffung)
Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?
- Die gesamte Lieferkette ist im Open Supply Hub veröffentlicht.
Wie garantiert das Unternehmen faire Löhne?
- Einhaltung lokaler Gesetze und internationaler Arbeitsnormen (z. B. ILO-Standards).
- Zusammenarbeit mit Zulieferern, die faire Löhne zahlen (teilweise Core-Supplier)
- Regelmäßige Audits und Überprüfungen der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette.
Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen, um faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten?
- Verhaltenskodex („Fair Play“): Verpflichtung zu ethischen und fairen Geschäftspraktiken.
- Schulungen und Audits: Regelmäßige Überprüfungen der Arbeitsbedingungen in Fabriken.
- Zusammenarbeit mit NGOs: Partnerschaften mit Organisationen wie der Fair Labor Association (FLA) und Clean Clothes Campaign.
- Beschwerdemechanismen: Systeme für Arbeiter, um Missstände zu melden.
Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen konkret, um Kinderarbeit zu verhindern?
- Strikte Einhaltung der ILO-Konventionen (insbesondere ILO-Konvention 138 und 182).
- Altersüberprüfungen in der Lieferkette.
- Zusammenarbeit mit NGOs wie Save the Children und UNICEF zur Prävention von Kinderarbeit.
- Schulungsprogramme für Zulieferer zur Sensibilisierung.
Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?
- Nicht gezahlte Löhne und Abfindungen in Kambodscha: Organisationen wie Public Eye und die Clean Clothes Campaign werfen Adidas vor, dass Beschäftigte bei Zulieferern während der Pandemie um Löhne bzw. Abfindungen gebracht wurden. Public Eye beziffert die ausstehenden Beträge bei Adidas-Zulieferern auf rund 11,7 Mio. US-Dollar für über 30.000 Arbeiter:innen. Im Zentrum steht unter anderem die Fabrik Hulu Garment.
- Quellen: Public Eye, Clean Clothes Campaign
- Existenzsichernde Löhne: Kritische Aktionär:innen, Gewerkschaften und Kampagnen kritisieren, dass die Löhne in Teilen der Adidas-Lieferkette – etwa in Myanmar und Kambodscha – nicht zum Leben reichen. Auf Hauptversammlungen 2024 und 2025 wurde Adidas daher unter anderem aufgefordert, verbindliche Vereinbarungen zu Löhnen und Abfindungen zu unterstützen.
- Quellen: Kritische Aktionäre, Kampagne für Saubere Kleidung
- Gewerkschaftsrechte und Einschüchterung: Amnesty International berichtete 2025 über systematische Behinderungen der Vereinigungsfreiheit in asiatischen Bekleidungsfabriken. Adidas wird dabei als eine Marke genannt, deren Lieferketten von solchen strukturellen Risiken betroffen sein können. Die Untersuchung behandelt unter anderem Einschüchterung, Entlassungen und Hürden für Gewerkschaftsarbeit in Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka.
- Quelle: Amnesty International – „Stitched Up“
Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?
- Nein, Adidas bietet kein öffentlich zugängliches Endverbraucher-Trackingsystem für die gesamte Lieferkette an.
Ist Adidas Fast Fashion?
- Nein! Adidas veröffentlicht pro Jahr zwar nur 3–4 Hauptkollektionen, aber auch sehr viele Sondereditionen.
Welche Materialien verwendet Adidas?
| Material | Anteil am Gesamtmix (2025) |
|---|---|
| Polyester | ~50% |
| Baumwolle | ~25% |
| Recycelte Materialien | ~20% (Ziel: Steigerung) |
| Andere (z. B. Nylon) | ~5% |
Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?
- Bluesign® (chemikalienarme Produktion)
- OEKO-TEX® (schadstoffgeprüfte Textilien)
- Global Recycled Standard (GRS) (für recycelte Materialien)
- Better Cotton Initiative (BCI) (nachhaltige Baumwolle)
Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?
- Adidas konzentriert sich auf „nachhaltige Baumwolle“ das ist nicht gleich zusetzen mit Bio-Baumwolle. Der Anteil Bio-Baumwolle ist verschwindend gering
Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?
- 100 % des verwendeten Polyesters ist recycelt
- 20 % am gesamten Materialmix sind recycelte Textilfasern (Polyester, Baumwolle, Nylon)
Ist die Kollektion plastikfrei?
- Nein, der Anteil an Polyester ist insgesamt zu hoch
Ist die Kollektion vegan?
- Nein, Adidas nutzt auch Leder, Wolle und Daunen – baut aber die vegane Kollektion aus.
- Adidas verzichtet aber auf Pelz.
Wie ökologisch produziert Adidas
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Adidas leicht verbessert. Vor allem bei der Verpackung legt Adidas zu. Postiv fällt der kontinuierliche Fortschritt bei dem Umgang mit Chemikalien in der Produktion.
Wie viel Wasser wurde seit 2018 eingespart?
- 2025: ~30% Wasserreduktion in der Produktion (im Vergleich zu 2018).
- Konkrete Zahl: ~1,5 Milliarden Liter Wasser (kumulativ seit 2018)
Wie viel CO₂ wurde seit 2018 eingespart?
- 2025: ~15% CO₂-Reduktion in der eigenen Produktion (im Vergleich zu 2018).
- Kumulativ seit 2018: ~1 Million Tonnen CO₂ (geschätzt)
Wie viel Müll konnte eingespart werden?
- ~25% Reduktion von Deadstocks seit 2018 durch:
- Bessere Nachfrageplanung
- Verkauf von Überbeständen über Outlet-Kanäle.
- ~30% weniger Verpackungsmaterial seit 2018.
- 100% recycelbare Verpackungen (Ziel bis 2025 erreicht)
Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?
- Als ZDHC (roadmaptozero)‑Gründungsmitglied reduziert adidas stetig den Einsatz von Chemikalien. Von 182 Zulieferern haben 147 bereits Level 1 auf der Roadmap zu Zero erreicht und 10 Level 2 (Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr)
- Strikte Einhaltung der Restricted Substances List (RSL).
- Zusammenarbeit mit Bluesign® für chemikalienarme Produktion.
- 100% PFC-frei in allen Produkten (seit 2025).
Reparatur und Kreislauffähigkeit bei Bestseller
Sind die Produkte kreislauffähig?
- ~10% der Produkte sind kreislauffähig (Steigerung geplant)
- Ziel: 100% kreislauffähige Produkte bis 2030
Gibt es ein Reparaturprogramm?
- Adidas bietet kein eigenes Reparturprogramm an
Quelle: Adidas Geschäftsbericht 2025
Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.