Wie nachhaltig ist Adidas?
Adidas ist definitiv auf dem richtigen Weg und hat schon viele Ziele zu mehr Nachhaltigkeit umgelegt. Zudem treibt das Unternehmen Innovationen voran, die gut für die gesamte Branche sind (Kreislauffähigkeit zum Beispiel). Schade ist allerdings, dass die Materialien zum großen Teil konventionell sind und man den Fokus auf BCI-Baumwolle legt, die immer wieder in der Kritik steht. Ein FutureScore von 51 % ist ein solider Wert mit Luft nach oben. [v6, 10.09.2026]
Entwicklung zum Vorjahr
Nach Auswertung des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 sehen wir keine wesentliche Veränderung. Die Bewertung ist etwas schlechter alsunsere letztjährige, das liegt aber an unserem V6 Score, bei dem wir vor allem die Arbeitsbedingungen strenger bewerten.
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Unsere Highlights |
Unsere Impulse |
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Die Lieferkette ist transparent und öffentlich einsehbar |
Eine Mitgliedschaft in einer Initiative mit öffentlichem Fortschrittsbericht wäre schön |
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100 % recyceltes Polyester |
Ein globaler Rahmenvertrag (Gewerkschaft) sollte abgeschlossen werden |
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starker Fokus auf den verantwortungsvollen Einsatz von Chemikalien |
Eine Zusammenarbeit mit NGOs gegen Kinderarbeit sollte vereinbart werden. |
Wo produziert Adidas?
- 91 % der Bekleidung werden in Asien produziert
- Mit 23 % ist Kambodscha der wichtigste Produktionsstandort. Danach folgen Vietnam und China.
- Bei Accessoires ist die Türkei mit 26 % der größte Zulieferer. Gefolgt von China und Pakistan.
Wie transparent ist die Lieferkette Adidas?
In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?
- UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen)
- Fashion for Good (Nachhaltigkeitsinitiative in der Modebranche)
- Textile Exchange (Förderung nachhaltiger Materialien)
- Canopy (Schutz von Wäldern und nachhaltige Beschaffung)
Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?
- Die Lieferkette ist im Open Supply Hub veröffentlicht.
- Adidas legt seine Lieferantenfabriken gemäß dem Standard der Transparency Pledge offen.
Werden bei Zulieferern von Adidas existenzsichernde Löhne gezahlt?
- Es gibt laut business-humanrights.org keine Belege, dass Adidas existenzsichernde Löhne bezahlt.
Einordnung: Das Unternehmen beruft sich zwar auf Einhaltung lokaler Gesetze und internationaler Arbeitsnormen und regelmäßige Audits, liefert aber keine Belege.
Hat das Unternehmen ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen?
- Nein! Adidas hat kein globales Rahmenabkommen mit einer Gewerkschaft abgeschlossen
Einordnung: Adidas verweist zwar auf seinen Verhaltenskodex, internen Audits und immerhin einer Partnerschaft mit der Fair Labor Association. Das sind zwar Basis-Maßnahmen, ersetzen aber nicht ein globales Rahmenabkommen.
Arbeitet Adidas mit Community-Based Child Labour Monitoring and Remediation Systems zusammen, um Kinderarbeit zu bekämpfen?
- Nein! Wir konnten keine aktive Partnerschaft mit einer NGO in diesem Bereich finden.
Einordnung: Adidas verweist zwar auf die Einhaltung der ILO Konventionen und auf eine Altersprüfung in der LIeferkette, unterstützt aber keine NGOs, die vor Ort außerhalb der Fabriken Monitorings erstellen.
Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?
- Nicht gezahlte Löhne und Abfindungen in Kambodscha: Organisationen wie Public Eye und die Clean Clothes Campaign werfen Adidas vor, dass Beschäftigte bei Zulieferern während der Pandemie um Löhne bzw. Abfindungen gebracht wurden. Public Eye beziffert die ausstehenden Beträge bei Adidas-Zulieferern auf rund 11,7 Mio. US-Dollar für über 30.000 Arbeiter:innen. Im Zentrum steht unter anderem die Fabrik Hulu Garment.
- Quellen: Public Eye, Clean Clothes Campaign
- Existenzsichernde Löhne: Kritische Aktionär:innen, Gewerkschaften und Kampagnen kritisieren, dass die Löhne in Teilen der Adidas-Lieferkette – etwa in Myanmar und Kambodscha – nicht zum Leben reichen. Auf Hauptversammlungen 2024 und 2025 wurde Adidas daher unter anderem aufgefordert, verbindliche Vereinbarungen zu Löhnen und Abfindungen zu unterstützen.
- Gewerkschaftsrechte und Einschüchterung: Amnesty International berichtete 2025 über systematische Behinderungen der Vereinigungsfreiheit in asiatischen Bekleidungsfabriken. Adidas wird dabei als eine Marke genannt, deren Lieferketten von solchen strukturellen Risiken betroffen sein können. Die Untersuchung behandelt unter anderem Einschüchterung, Entlassungen und Hürden für Gewerkschaftsarbeit in Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka.
Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?
- Nein, Adidas bietet kein öffentlich zugängliches Endverbraucher-Trackingsystem für die gesamte Lieferkette an.
Ist Adidas Fast Fashion?
- Adidas veröffentlicht pro Jahr zwar nur 3–4 Hauptkollektionen. Viele Klassiker bleiben über mehrere Jahre unverändert im Sortiment.
- Aber auch sehr viele Sondereditionen und Limited Editions, insbesondere im Merchandising Bereich der verschiedenen Sportarten.
Welche Materialien verwendet Adidas?
| Material | Anteil am Gesamtmix (2025) |
|---|---|
| Polyester | ~50% |
| Baumwolle | ~25% |
| Recycelte Materialien | ~20% (Ziel: Steigerung) |
| Andere (z. B. Nylon) | ~5% |
Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?
- Bluesign® (chemikalienarme Produktion)
- OEKO-TEX® (schadstoffgeprüfte Textilien)
- Global Recycled Standard (GRS) (für recycelte Materialien)
- Better Cotton Initiative (BCI) (nachhaltige Baumwolle)
Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?
- Adidas konzentriert sich auf „nachhaltige Baumwolle“ das ist nicht gleich zusetzen mit Bio-Baumwolle. Der Anteil Bio-Baumwolle ist verschwindend gering
Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?
- 100 % des verwendeten Polyesters ist recycelt
- 20 % am gesamten Materialmix sind recycelte Textilfasern (Polyester, Baumwolle, Nylon)
Ist die Kollektion plastikfrei?
- Nein, der Anteil an Polyester ist insgesamt zu hoch
Ist die Kollektion vegan?
- Nein, Adidas nutzt auch Leder, Wolle und Daunen – baut aber die vegane Kollektion aus.
- Adidas verzichtet aber auf Pelz.
Wie ökologisch produziert Adidas
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich Adidas leicht verbessert. Vor allem bei der Verpackung legt Adidas zu. Postiv fällt der kontinuierliche Fortschritt bei dem Umgang mit Chemikalien in der Produktion.
Wie viel Wasser wurde seit 2018 eingespart?
- 2025: ~30% Wasserreduktion in der Produktion (im Vergleich zu 2018).
- Konkrete Zahl: ~1,5 Milliarden Liter Wasser (kumulativ seit 2018)
Wie viel CO₂ wurde seit 2018 eingespart?
- 2025: ~15% CO₂-Reduktion in der eigenen Produktion (im Vergleich zu 2018).
- Kumulativ seit 2018: ~1 Million Tonnen CO₂ (geschätzt)
Wie viel Müll konnte eingespart werden?
- ~25% Reduktion von Deadstocks seit 2018 durch:
- Bessere Nachfrageplanung
- Verkauf von Überbeständen über Outlet-Kanäle.
- ~30% weniger Verpackungsmaterial seit 2018.
- 100% recycelbare Verpackungen (Ziel bis 2025 erreicht)
Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?
- Als ZDHC (roadmaptozero)‑Gründungsmitglied reduziert adidas stetig den Einsatz von Chemikalien. Von 182 Zulieferern haben 147 bereits Level 1 auf der Roadmap zu Zero erreicht und 10 Level 2 (Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr)
- Strikte Einhaltung der Restricted Substances List (RSL).
- Zusammenarbeit mit Bluesign® für chemikalienarme Produktion.
- 100% PFC-frei in allen Produkten (seit 2025).
Reparatur und Kreislauffähigkeit bei Bestseller
Sind die Produkte kreislauffähig?
- ~10% der Produkte sind kreislauffähig (Steigerung geplant)
- Ziel: 100% kreislauffähige Produkte bis 2030
Gibt es ein Reparaturprogramm?
- Adidas bietet kein eigenes Reparturprogramm an
Quelle: Adidas Geschäftsbericht 2025
Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.
Transparenzhinweis
Wir werten den Nachhaltigkeitsberichte mithilfe von KI aus, überprüfen die Ergebnisse redaktionell und ergänzen sie mit externen Recherchen.
Wo habt Ihr den Hinweis gefunden, dass Adidas mit der Kampagne für Saubere Kleidung kooperiert:?
S. oben: Zusammenarbeit mit NGOs: Partnerschaften mit Organisationen wie der Fair Labor Association (FLA) und Clean Clothes Campaign.
Danke für Ihren Kommentar.
Das ist tatsächlich ein Fehler und das tut uns leid.
Die Kriterien richten sich laut Nachhaltigkeitsbericht zwar nach den Kriterien der CCC, aber das ist keine Kooperation und auch nicht nachprüfbar.
Adidas wird ja sogar von der Kampagne für saubere Kleidung kritisiert.
Wir haben die Kooperation aus dem Artikel entfernt.
Zu Löhnen ist u.a. zu lesen:
Existenzsichernde Löhne: Kritische Aktionär:innen, Gewerkschaften und Kampagnen kritisieren, dass die Löhne in Teilen der Adidas-Lieferkette – etwa in Myanmar und Kambodscha – nicht zum Leben reichen.
Produktionsort
Wir unterscheiden nur zwischen EU und Drittland.
[2] Made in EU. Hohe Standards, sichere Löhne, kurze Lieferwege.
Es werden nicht nur in Teilen der Lieferkette Löhne kritisiert, die nicht zum Leben reichen, existenzsichernde Löhne werden in der gesamten Lieferkette – in allen Produktionsländern – nicht gezahlt.
Und: Made in EU ist keine Garantie für hohe Standards (Rumänien, Bulgarien), was bedeutet „sichere Löhne“? Auch dort wird weit unter Existenzlöhnen gezahlt. Es wäre angemessen, wenn Ihr an allen Stellen, in denen es um Löhne geht, auf die riesige Lücke zwischen gesetzlichen Mindestlöhnen und existenzsichernden Löhnen hinweist. Diese Löhne sind ein Menschenrecht (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Art. 23,3)