Die Better Cotton Initiative (BCI) ist ein Nachhaltigkeitsstandard für den Baumwollanbau. Sie unterstützt Farmer:innen dabei, Anbaumethoden zu verbessern und Umweltbelastungen zu verringern. BCI-Baumwolle ist nicht automatisch Bio-Baumwolle.
Achten Sie auf die konkrete Kennzeichnung: Beim Mass-Balance-Modell kann BCI-Baumwolle in der Lieferkette mit konventioneller Baumwolle vermischt werden; ihre Herkunft im einzelnen Kleidungsstück ist dann nicht garantiert. Das neuere BCI-Cotton-Label steht laut BCI für zertifizierte, rückverfolgbare Baumwolle und weist ihren Anteil am Produkt aus.
Kurz gesagt: BCI steht für Verbesserungen im Baumwollanbau, nicht für eine Bio-Zertifizierung des fertigen Textils. BCI: Was das Label bedeutet
Unsere Einordnung
Wir haben der BCI lange nicht vertraut. Damit waren wir nicht alleine und es gab berechtigte Kritik. Auch die Verbraucherzentrale (Siegelklarheit.de) hat die BCI lange Zeit nach schweren Vorwürfen nicht bewertet. Die BCI hat reagiert und besonders die Tatsache, dass Unternehmen heute auf konkrete Kennzeichnung achten müssen sehen wir positiv. Beim früheren Mass-Balance-Modell konnte BCI-Baumwolle in der Lieferkette mit konventioneller Baumwolle vermischt werden. Dann konnte nicht garantiert werden, dass die Baumwolle im einzelnen Kleidungsstück tatsächlich aus BCI-Anbau stammt. Genau an dieser Stelle entstanden in der Vergangenheit Menschenrechtsverletzungen. Diese Lücke wurde jetzt geschlossen und auch Siegelklarheit.de bewertet BCI heute als „sehr empfehlenswert“ – Wir schließen uns dem an und bewerten die BCI heute positiv. Dennoch hat Biobaumwolle den deutlich stärkeren Einfluss auf unseren FutureScore.
BCI und GOTS im Vergleich
| BCI | GOTS | |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Verbesserung des Baumwollanbaus in großem Maßstab | Bio-Faseranteil und Anforderungen an die textile Verarbeitung |
| Bio-Baumwolle vorgeschrieben? | Nein | Ja: mindestens 70 Prozent Bio-Fasern; ab 95 Prozent darf die Kennzeichnung „Organic“ verwendet werden |
| Welche Stufen stehen im Fokus? | Vor allem Baumwollanbau und Farmer:innen | Bio-Faseranteil sowie Vorgaben für die weitere Verarbeitung; GOTS bezieht auch ILO-Kernarbeitsnormen in der Weiterverarbeitung ein |
| Was sagt das Siegel über das konkrete Produkt? | Abhängig davon, welches BCI-Modell bzw. Label verwendet wird; die neue BCI-Cotton-Kennzeichnung ist auf Rückverfolgbarkeit ausgelegt | Der angegebene Bio-Anteil ist festgelegt; „Organic“ setzt mindestens 95 Prozent Bio-Fasern voraus |
Die Angaben zu den GOTS-Schwellen und den ILO-Kernarbeitsnormen stammen aus der Verbraucherzentrale: Faire Kleidung – das bedeuten die Siegel.
Fazit
BCI ist heute plausibel als glaubwürdigerer und überprüfbarer Standard einzuordnen – aber als „besserer Baumwollanbau“, nicht als Bio- oder umfassendes Textilsiegel. Die Neubewertung durch Siegelklarheit ist ein gutes Zeichen für die Glaubwürdigkeit des Systems. Sie beseitigt jedoch nicht den grundlegenden Unterschied zu GOTS: GOTS verlangt Bio-Fasern und stellt Anforderungen an die textile Verarbeitung; BCI setzt primär auf Verbesserungen im Baumwollanbau und deren Skalierung.
Wenn Ihnen Bio-Faseranteil und Verarbeitung wichtig sind, passt GOTS besser. Wenn es um Verbesserungen im konventionellen Baumwollanbau geht, kann BCI relevant sein – dabei lohnt es sich besonders, auf die konkrete BCI-Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit zu achten.
Ist BCI Baumwolle wirklich besser? (erschienen am 11.04.2024 auf cosh.eco)
- Betrug und Abholzung: Die Untersuchung von Earthsight deckte auf, dass BCI-zertifizierte Baumwolle aus illegal gerodeten Flächen in Brasilien stammt. Es gibt kein Verbot für den Anbau von BCI-Baumwolle auf solchen Flächen, und es wird nicht überprüft, ob die Flächen zuvor illegal gerodet wurden.
- Beteiligung von Zara und H&M: Beide Marken (Zara von Inditex und H&M) beziehen BCI-Baumwolle und stehen damit in Verbindung mit der Abholzung. Viele weitere Fast-Fashion-Marken wie C&A, Carhartt und Scotch & Soda nutzen ebenfalls BCI-Baumwolle.
- Kritik an BCI: Das BCI-Siegel gilt zwar als Symbol für nachhaltigere Baumwollproduktion, doch die Untersuchung zeigt, dass es keine ausreichenden Kontrollen oder politischen Maßnahmen gibt, um Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette zu verhindern.
- Forderung nach Transparenz: H&M und Inditex (Zara) verfügen laut Artikel nicht über die notwendigen Instrumente, um die Mängel von BCI auszugleichen. Sie könnten jedoch in transparente und umweltfreundlichere Lieferketten investieren.
Zusammengefasst: Der Artikel kritisiert, dass das BCI-Siegel nicht ausreichend vor Umweltzerstörung schützt und dass große Modekonzerne wie Zara und H&M damit indirekt an der Abholzung des brasilianischen Regenwaldes beteiligt sindcosh.eco.
Transparenzhinweis:
Dieser Artikel wurde mit KI geschrieben und von unserer Redaktion überprüft
