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COS

Wie nachhaltig ist COS?

FutureScore
51%

COS ist Teil der H&M Group, unterscheidet sich aber in einigen Teilen wesentlich von den der Konzernmutter. Vor allem fällt dies in 2 Punkten auf: COS ist kein Fast Fashion Anbieter und hat einen stärkeren Fokus auf Monomateralien (Kreislauf). Dafür hat COS allerdings kein eigenes Reparaturprogramm wie H&M. Der Konzern bemüht sich um Verbesserungen im Ressourcenmanagement – vor allem beim Umgang mit Chemikalien ist die gesamte Gruppe positiv zu bewerten (ZDHC Champion) In einigen Punkten muss COS noch transparenter werden. Die Liste an Multistakeholder Initiativen ist sehr lang, viele davon sind besonders transparent, was den Eindruck des Greenwashings vermittelt – nach den Motto „Viel hilft viel“.

Ein FutureScore von 51 ist ein solider Wert und liegt nur 9 Punkte unter der nächsten Katgegorie „GOOD“

Unsere Highlights

Unsere Impulse

globaler Rahmenvertrag (Gewerkschaft)

Es gibt viele Kritikpunkte in den letzten Jahren auf die das Unternehmen nur unzureichend reagiert hat

kein Fast Fashion

der Anteil an Biobaumwolle sollte ausgebaut werden

vergleichsweise starker Einsatz gegen Kinderarbeit

Wo produziert COS?

  • COS / die H&M Group produziert nicht in eigenen Fabriken, sondern arbeitet mit unabhängigen Zulieferern zusammen, die hauptsächlich in Asien ansässig sind.
  • Hauptproduktionsländer der H&M Group lt. Nachhaltigkeitsbericht: China, Bangladesch, Indien, Vietnam, Türkei.
  • Hauptproduktionsländer von COS lt. Homepage: 40 % Europa (Türkei, Portugal, Rumänien) und 60 % in Asien

Wie transparent ist die Lieferkette von COS? (konzernweite Auswertung)

3,5 von 9
38%

In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?

  • Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Foundation (Chemikalienmanagement)
  • Organic Cotton Accelerator (OCA) (Förderung von Bio-Baumwolle)
  • Forest Stewardship Council (FSC) (Nachhaltige Waldwirtschaft)
  • Responsible Wool Standard (RWS) & Good Cashmere Standard (GCS) (Tierwohl)
  • International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry (Arbeitssicherheit in Bangladesch und Pakistan)

Einordnung: Die Liste ist deutlich länger. Aber vielen davon schenken wir kein Vertrauen oder halten sie aufgrund von fehlender Transparenz gar für überflüssig. Fashion Pact, Act oder die Leaf Corp. Mit Ausnahme von ZDHC steht keine der Initiativen auf unserer Top MSI Liste. In Kombination mit anderen bewerten wir das dennoch positiv.

Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?

  • COS / die H&M Group legt seine Lieferantenfabriken gemäß dem Standard der Transparency Pledge offen.
  • COS / die H&M Group veröffentlicht seine Lieferanten im Open Supply Hub

Werden bei Zulieferern von COS existenzsichernde Löhne gezahlt?

  • Es gibt laut business-humanrights.org keine Belege, dass COS existenzsichernde Löhne bezahlt.
  • Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen:
    • Wage Management System (WMS): Ein System zur Überwachung und Verbesserung der Löhne in strategischen Tier-1-Fabriken.
      • Ziel: 100 % Abdeckung der strategischen Tier-1-Partner mit Lohnrisiko bis 2026 (2025: 80 % erreicht).
      • Digitale Lohnzahlungen: 64 % der Tier-1-Arbeiter erhalten Löhne digital (transparenter und sicherer).
    • Zusammenarbeit mit Initiativen:
      • ACT (Action, Collaboration, Transformation): Förderung von existenzsichernden Löhnen durch kollektive Tarifverhandlungen.
    • Benchmarking: Regelmäßige Überprüfung der Löhne gegen lokal gültige Mindestlöhne und Lebenshaltungskosten (Anker-Methodik).

Einordnung: ACT ist ein guter Ansatz, uns fehlt hier aber die Transparenz, was wirklich bei den Arbeiter*innen ankommt.

Hat das Unternehmen ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen?

  • Ja! COS / die H&M-Group hat ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen. (Quelle)

Welche Maßnahmen ergreift COS konkret, um Kinderarbeit zu verhindern?

  • COS / die H&M Group arbeitet teilweise mit Community-Based Child Labour Monitoring and Remediation Systems zusammen, um Kinderarbeit zu bekämpfen
PrüfkriteriumEinstufung COSBegründung
Formales, lieferkettenweites CLMRS in der BekleidungsproduktionNicht öffentlich nachweisbarKeine belegte dauerhafte NGO-Struktur, die systematisch in Herkunftsgemeinden, Schulen und Haushalten nach Kinderarbeit für H&M-Lieferketten sucht.
NGO-gestützte Abhilfe bei identifizierter KinderarbeitJa, Einzelfall belegtZusammenarbeit mit CYDD in der Türkei im Jahr 2015.
Community-orientierter Ansatz in einer RohstofflieferketteTeilweiseRMI-Mitgliedschaft beim Risikorohstoff Glimmer; RMI arbeitet gemeinschaftsbasiert in Abbaugebieten.
Unabhängigkeit der ÜberwachungBegrenztRMI ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, aber kein vollständig unabhängiges Kontrollsystem für H&Ms gesamte Lieferkette. H&Ms Hauptsystem bleibt audit- und unternehmensgesteuert.
  • Zusammenarbeit mit NGOs:
    • Centre for Child Rights and Business: Schulungen zur Identifizierung und Verhinderung von Kinderarbeit.
    • International Organization for Migration (IOM): Unterstützung bei der Bekämpfung von Kinderarbeit in Risikoregionen.
  • Bildungsprogramme:
    • Finanzielle Unterstützung für Schulbildung von Kindern in Produktionsregionen (z. B. in Bangladesch und Indien).
  • Regelmäßige Audits in Hochrisikoländern (z. B. Indien, Bangladesch).
  • Zusammenarbeit mit Better Work (ILO/IFC): Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Textilfabriken.

Öffentliche Berichte über die H&M Group in den letzten 5 Jahren

Zeitraum: 20.10.2021–20.10.2026.

Positiv

  • Das World Benchmarking Alliance führt H&M mit 61,3/100 im Corporate Human Rights Benchmark. Das ist ein Bewertungsergebnis, aber kein Beleg dafür, dass sich die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert haben.

Negativ

  • Gewerkschaftsrechte bei Zulieferern: In einer Antwort an das Business & Human Rights Resource Centre (BHRRC) bestätigte H&M die Geschäftsbeziehungen zu drei betroffenen Fabriken in Kambodscha, Bangladesch und Indonesien. Für PT Sai Apparel in Indonesien verwies H&M auf eine Better-Work-Prüfung, die Hinweise auf eine Bevorzugung einer Gewerkschaft ergeben habe. H&M sagte, es arbeite an der Klärung; bei Dekko Design in Bangladesch erklärte das Unternehmen, eine Einigung sei erreicht worden. Das sind berichtete Bedenken und die Stellungnahme des Unternehmens, keine pauschal bestätigten Rechtsverstöße. H&M-Antwort auf BHRRC-Anfrage, Mai 2024

Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?

  • Nein, COS hat kein öffentliches Trackingsystem der Lieferkette

Welche Materialien verwendet COS?

2,5 von 6
41%

Aufschlüsselung der Materialien (konzernweit; 2025):

MaterialAnteil am GesamtmixRecycelt/Nachhaltig
Baumwolle~50 %100 % (davon 12 % recycelt, 10 % Bio, 78 % nachhaltig)
Polyester~25 %32 % recycelt
Viskose (MMCF)~10 %100 % (FSC/PEFC-zertifiziert)
Wolle~5 %100 % (RWS-zertifiziert)
Andere Materialien (z. B. Leinen, Hanf, Cashmere)~10 %100 % nachhaltig (z. B. GCS für Cashmere)

Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?

  • Better Cotton Initiative (BCI)
  • Forest Stewardship Council (FSC)
  • Global Recycled Standard (GRS)

Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?

  • 10 % der Baumwolle ist Bio

Einordnung: Punkte vergeben wir ab einem Anteil von 50 % Biobaumwolle. Negativ fällt auf, dass COS mit dem Begriff „biologisch“ und „nachhaltige beschafft“ spielt. Natürlich ist Baumwolle ein biologisches Material, aber das heißt nicht automatisch auch biologischer Anbau. Das wirkt wie Greenwashing.

Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?

  • 32 % der Materialien in kommerziellen Produkten sind recycelt (konzernweit)
  • Positiv fällt auf, dass auch recycelte Baumwolle zum Einsatz kommt.

Ist die Kollektion plastikfrei?

  • Nein, COS verwendet zwar deutlich weniger Polyester als die Mutter H&M, aber plastikfrei ist die Kollektion nicht.

Ist die Kollektion vegan?

  • Nein, COS verwendet auch Cashmere und Wolle.
  • COS ist aber pelzfrei (Fur Free)

Ist COS Fast Fashion?

2 von 2
100%
  • Nein, mit 2 Hauptkollektionen pro Jahr ist COS, anders als die Konzernmutter H&M kein Fast Fashion-Anbieter

Wie ökologisch produziert COS (Konzernweite Auswertung)

4 von 10
40%

Wie viel Wasser wurde seit 2022 eingespart?

  • 22,8 % Reduktion des Frischwasserverbrauchs in Tier-1- und Tier-2-Nassverarbeitungsbetrieben
  • 20,3 % recyceltes Wasser in Tier-1- und Tier-2-Betrieben (2025).

Einordnung: 30 % Wassereinsparung halten wir für realistisch. Sehen eine gute Entwicklung. Deshalb vergeben wir hier einen halben Punkt.

Wie viel CO₂ wurde seit 2019 eingespart?

  • Scope 1 & 2 (eigene Betriebe): 41 % Reduktion (2025: 42.170 Tonnen CO₂e vs. 71.473 Tonnen 2019)
  • Scope 3 (Lieferkette): 34,6 % Reduktion (2025: 4.865.000 Tonnen CO₂e vs. 7.442.000 Tonnen 2019).

Einordnung: COS ist hier auf einem guten Weg und wir sehen bereits eine Entwicklung zu 40% Gesamteinsparung, deshalb vergeben wir hier 1,5 von 2 Punkten.

Wie viel Müll konnte eingespart werden?

  • Verpackungen: Reduktion des Gesamtgewichts der Verpackungen um ~3 % (2025 vs. 2024).
  • 2025: 89.165 Tonnen Verpackungsmaterial. vs. 2024: 92.038 Tonnen.
  • Überproduktion: COS gibt Deadstocks an die eigene Secondhand Plattform Sellpy ab.
  • Repurpose-Projekt (Baumwolle): COS zerkleinert eigene Produktionsverschnitt-Abfälle und verarbeitet die Fasern zu einer Capsule-Kollektion aus Sweatshirts – also effektiv sortenreines Recycling aus 100 % Baumwolle

Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?

  • H&M ist Mitglied bei ZDHC und wird dort mit Level Champion geführt.
  • 70% der Fabriken haben auf detox.live Level 1 erreicht.
  • AFIRM Restricted Substances List (RSL) und ZDHC MRSL als Standard.
  • Verbot von Substanzen mit hohem Risiko (z. B. PFCs, Phthalate).

Reparatur und Kreislauffähigkeit bei COS

2,5 von 3
83%

Sind die Produkte kreislauffähig?

  • Teilweise. COS setzt traditionell auf schlichte, unvermischte Materialien – reine Baumwoll-, Wolle-, Leinen- oder Polyester-Teile ohne Elasthan-Beimischung sind im Sortiment üblich.
  • Laut H&M Group bestanden 2025 91 % der in Produkten eingesetzten Materialien aus „recycelten oder nachhaltig beschafften Materialien“
  • Full Circle / COS Restore / Resell: Rücknahme, Aufarbeitung und Wiederverkauf getragener COS-Teile
  • COS Remade ist eine limitierte Denim-Capsule-Kollektion, die COS im Februar 2025 europaweit gestartet hat – die erste Jeanskollektion der Marke aus recycelter Baumwolle eigener, getragener COS-Teile.

Einordnung: 91% sind missverständlich, denn darunter zählt das Unternehmen auch Kleidungsstücke, die aus nachhaltigen Materialien beschafft sind. Das ist nicht dasselbe. Da das Unternehmen hier nicht transparent ist, können wir diesen Punkt auch nicht abschließend bewerten.

Gibt es ein Reparaturprogramm?

  • Nein, COS selbst hat kein eigenes Reparaturprogramm wie etwa H&M Care

Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.

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