Zum Inhalt springen

H&M

  • low 

Wie nachhaltig ist H&M?

FutureScore
36%

Als Fast Fashion Marke ist H&M nicht besonders nachhaltig. Zwar bemüht sich das Unternehmen um Verbesserungen im Ressourcenmanagement, hinkt aber bei Kreislaufwirtschaft und Reparaturfähigkeit hinterher. In einigen Punkten muss H&M noch transparenter werden. Die Liste an Multistakeholder Initiativen ist sehr lang, viele davon sind besonders transparent, was den Eindruck des Greenwashings vemittelt – nach den Motto „Viel hilft viel“. Ein FutureScore von 35 ist nicht besonders gut und liegt 5 Punkte unter der Bewertungsstufe „OK“

Entwicklung zum zum letzten FutureCheck

Nach Auswertung des Nachhaltigkeitsberichtes 2025 müssen wir H&M herabstufen. Das heißt nicht, dass sich H&M verschlechtert hat – Die Abstufung liegt an der grundlegenden Neubewertung mit unserem FutureScore v6.

Unsere Highlights

Unsere Impulse

globaler Rahmenvertrag (Gewerkschaft)

Es gibt viele Kritikpunkte in den letzten Jahren auf die das Unternehmen nur unzureichend reagiert hat

Fortschritte beim Kampf gegen Kinderarbeit

Fast Fashion ist per se nicht nachhaltig

Transparente Lieferkette

der Anteil an Biobaumwolle sollte ausgebaut werden

Nachhaltigere Alternativen zu H&M bei grundstoff.net*

Wo produziert H&M?

  • H&M Group produziert nicht in eigenen Fabriken, sondern arbeitet mit unabhängigen Zulieferern zusammen, die hauptsächlich in Asien ansässig sind.
  • Hauptproduktionsländer: China, Bangladesch, Indien, Vietnam, Türkei.

Wie fair ist H&M

3,5 von 9
38%

In welchen Initiativen (Multistakeholder) ist das Unternehmen aktiv?

  • Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Foundation (Chemikalienmanagement)
  • Organic Cotton Accelerator (OCA) (Förderung von Bio-Baumwolle)
  • Forest Stewardship Council (FSC) (Nachhaltige Waldwirtschaft)
  • Responsible Wool Standard (RWS) & Good Cashmere Standard (GCS) (Tierwohl)
  • International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry (Arbeitssicherheit in Bangladesch und Pakistan)

Einordnung: Die Liste ist deutlich länger. Aber vielen davon schenken wir kein Vertrauen oder halten sie aufgrund von fehlender Transparenz gar für überflüssig. Fashion Pact, Act oder die Leaf Corp. Mit Ausnahme von ZDHC steht keine der Initiativen auf unserer Top MSI Liste. In Kombination mit anderen bewerten wir das dennoch positiv.

Veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferkette?

  • H&M legt seine Lieferantenfabriken gemäß dem Standard der Transparency Pledge offen.
  • H&M veröffentlicht seine Lieferanten im Open Supply Hub

Zahlt H&M existenzsichernde Löhne?

  • Es gibt laut business-humanrights.org keine Belege, dass H&M existenzsichernde Löhne bezahlt.
  • Welche Maßnahmen ergreift das Unternehmen:
    • Wage Management System (WMS): Ein System zur Überwachung und Verbesserung der Löhne in strategischen Tier-1-Fabriken.
      • Ziel: 100 % Abdeckung der strategischen Tier-1-Partner mit Lohnrisiko bis 2026 (2025: 80 % erreicht).
      • Digitale Lohnzahlungen: 64 % der Tier-1-Arbeiter erhalten Löhne digital (transparenter und sicherer).
    • Zusammenarbeit mit Initiativen:
      • ACT (Action, Collaboration, Transformation): Förderung von existenzsichernden Löhnen durch kollektive Tarifverhandlungen.
    • Benchmarking: Regelmäßige Überprüfung der Löhne gegen lokal gültige Mindestlöhne und Lebenshaltungskosten (Anker-Methodik).

Einordnung: ACT ist ein guter Ansatz, uns fehlt hier aber die Transparenz, was wirklich bei den Arbeiter*innen ankommt.

Hat das Unternehmen ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen?

  • Ja! H&M Hat ein globales Rahmenabkommen abgeschlossen. (Quelle)

Welche Maßnahmen ergreift H&M konkret, um Kinderarbeit zu verhindern?

PrüfkriteriumEinstufung H&MBegründung
Formales, lieferkettenweites CLMRS in der BekleidungsproduktionNicht öffentlich nachweisbarKeine belegte dauerhafte NGO-Struktur, die systematisch in Herkunftsgemeinden, Schulen und Haushalten nach Kinderarbeit für H&M-Lieferketten sucht.
NGO-gestützte Abhilfe bei identifizierter KinderarbeitJa, Einzelfall belegtZusammenarbeit mit CYDD in der Türkei im Jahr 2015.
Community-orientierter Ansatz in einer RohstofflieferketteTeilweiseRMI-Mitgliedschaft beim Risikorohstoff Glimmer; RMI arbeitet gemeinschaftsbasiert in Abbaugebieten.
Unabhängigkeit der ÜberwachungBegrenztRMI ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, aber kein vollständig unabhängiges Kontrollsystem für H&Ms gesamte Lieferkette. H&Ms Hauptsystem bleibt audit- und unternehmensgesteuert.
  • Zusammenarbeit mit NGOs:
    • Centre for Child Rights and Business: Schulungen zur Identifizierung und Verhinderung von Kinderarbeit.
    • International Organization for Migration (IOM): Unterstützung bei der Bekämpfung von Kinderarbeit in Risikoregionen.
  • Bildungsprogramme:
    • Finanzielle Unterstützung für Schulbildung von Kindern in Produktionsregionen (z. B. in Bangladesch und Indien).
  • Regelmäßige Audits in Hochrisikoländern (z. B. Indien, Bangladesch).
  • Zusammenarbeit mit Better Work (ILO/IFC): Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Textilfabriken.

Gab es in den letzten Jahren Vorwürfe / Skandale bezüglich der Arbeitsbedingungen?

  • Ja. Im Zeitraum 2021 bis heute gab es wiederholt öffentlich dokumentierte Vorwürfe zu Arbeitsrechten in H&Ms Lieferkette. Das bedeutet nicht, dass jeder Vorwurf bewiesen oder H&M unmittelbar zurechenbar ist; viele betreffen unabhängige Zulieferbetriebe. Für H&M sind sie dennoch relevant, weil das Unternehmen Beschaffung, Preise und Auftragsvergabe beeinflusst.
  • Myanmar: Vorwürfe zu Lohnraub, Überstunden und Kündigungen
    Nach dem Militärputsch 2021 verschlechterte sich die Lage für Beschäftigte in der Textilindustrie erheblich. Eine Recherche, über die Reuters im August 2023 berichtete, verwies auf eine starke Zunahme dokumentierter Missbrauchsfälle in Zulieferfabriken, darunter:
    • vorenthaltene bzw. gekürzte Löhne,
    • erzwungene Überstunden,
    • unangemessene Produktionsvorgaben,
    • unfaire Entlassungen,
    • Einschränkungen gewerkschaftlicher Betätigung.
    • Der Recherche zufolge wurden mindestens 20 Fälle H&M-Zulieferern zugeschrieben. H&M erklärte, die Vorwürfe zu untersuchen, und kündigte anschließend an, die Beschaffung aus Myanmar schrittweise zu beenden. Das ist eine Reaktion auf ein reales, strukturelles Risiko — aber keine rückwirkende Lösung für alle gemeldeten Fälle.
  • Bangladesch: Kritik an Einkaufspreisen und Folgen für Löhne
    Eine 2023 veröffentlichte Untersuchung zur Pandemie- und Nachpandemiezeit kritisierte Praktiken großer Modemarken, darunter H&M: Stornierungen, Preissenkungen, verzögerte Zahlungen und Einkaufspreise unter den Produktionskosten. Solche Praktiken können Zulieferbetriebe dazu bringen, Kosten an Beschäftigte weiterzugeben — etwa über Entlassungen, Lohndruck oder Überstunden.

    Darüber berichtete Al Jazeera über die Studie von University of Aberdeen und Transform Trade. Der Vorwurf lautet also nicht primär, H&M zahle Löhne direkt zu niedrig, sondern: Die Einkaufspraktiken können Arbeitsrechtsprobleme in der Lieferkette mitverursachen oder verschärfen.
  • Existenzsichernde Löhne bleiben ein ungelöstes Thema
    H&M kommuniziert seit Jahren Programme zu fairer Bezahlung. Unabhängige Bewertungsorganisationen halten die Fortschritte jedoch für unzureichend, insbesondere weil es keinen belastbaren Nachweis gibt, dass Beschäftigte in der Lieferkette flächendeckend existenzsichernde Löhne erhalten.

    Die Kritik bezieht sich außerdem auf:
    • schwache Umsetzung von Vereinigungs- und Gewerkschaftsfreiheit,
    • Abhängigkeit von freiwilligen Unternehmensprogrammen und Audits,
    • fehlende Transparenz über tatsächliche Lohnniveaus und Abhilfe bei Verstößen.
    • Siehe etwa Ethical Consumer zu H&M, Good On You: H&M sowie den Fairness Check zu H&M. Das sind Bewertungen zivilgesellschaftlicher bzw. unabhängiger Organisationen, nicht behördliche Feststellungen.
  • Gewerkschaftsrechte in asiatischen Produktionsländern
    Amnesty International kritisierte 2025 die strukturelle Unterdrückung gewerkschaftlicher Rechte in Teilen der südasiatischen Bekleidungsindustrie. Im Mittelpunkt stehen Behinderungen von Gewerkschaften, Einschüchterung, Belästigung und teils Gewalt gegen Beschäftigte bzw. Vertreter:innen der Arbeiter:innen.

    Der Bericht richtet sich an die Branche und große einkaufende Marken, nicht als isolierter Einzelfall nur gegen H&M. Er ist dennoch relevant, weil H&M zu den großen Auftraggebern gehört und die Studie die Frage aufwirft, ob Marken ihre Verantwortung für effektive Vereinigungsfreiheit ausreichend wahrnehmen. Quelle: Amnesty International.

Gibt es ein Trackingsystem, mit dem Endverbraucher die Lieferkette zurückverfolgen können?

  • Nein, H&M hat kein öffentliches Trackingsystem der Lieferkette

Welche Materialien verwendet H&M?

1,5 von 6
25%

Aufschlüsselung der Materialien (2025):

MaterialAnteil am GesamtmixRecycelt/Nachhaltig
Baumwolle~50 %100 % (davon 12 % recycelt, 10 % Bio, 78 % nachhaltig)
Polyester~25 %32 % recycelt
Viskose (MMCF)~10 %100 % (FSC/PEFC-zertifiziert)
Wolle~5 %100 % (RWS-zertifiziert)
Andere Materialien (z. B. Leinen, Hanf, Cashmere)~10 %100 % nachhaltig (z. B. GCS für Cashmere)

Welche Material- und Rohstoffsiegel verwendet das Unternehmen?

  • Better Cotton Initiative (BCI)
  • Forest Stewardship Council (FSC)
  • Global Recycled Standard (GRS)

Einordnung: BCI ist für uns kein nachhaltiges Rohstoffsiegel. GOTS wird auch aufgelistet, das bezieht sich aber nur auf Biobaumwolle und Ein Teil ist auch „nur“ OCS-zertifiziert. Wir wissen nicht, wie hoch der Anteil an GOTS Baumwolle ist, die strengen Kriterien unterliegt, bewerten wir das in diesem Fall nicht.

Wie hoch ist der Anteil an Bio-Baumwolle?

  • 10% der Baumwolle ist Bio

Einordnung: Punkte vergeben wir ab einem Anteil von 50% Biobaumwolle. Negativ fällt auf, dass H&M mit dem Begriff „biologisch“ und „nachhaltige beschafft“ spielt. Natürlich ist Baumwolle ein biologisches Material, aber das heißt nicht automatisch auch biologischer Anbau. Das wirkt wie Greenwashing.

Wie hoch ist der Anteil an recycelten Textilfasern?

  • 32 % der Materialien in kommerziellen Produkten sind recycelt
  • Positiv fällt auf, dass auch recycelte Baumwolle zum Einsatz kommt.

Ist die Kollektion plastikfrei?

  • Nein, mit einem Anteil von 25% Polyester ist H&M nicht plastikfrei

Ist die Kollektion vegan?

  • Nein, H&M verwendet auch Cashmere und Wolle.
  • H&M ist aber pelzfrei (Fur Free)

Ist H&M Fast Fashion?

0 von 2
0%
  • Ja. H&M zählt zur Fast Fashion Industrie
    • 16–20 Kollektionen pro Jahr (inkl. Saison-Kollektionen, Limited Editions, Designer-Kollaborationen).
    • H&M Studio: 4–6 Limited-Edition-Kollektionen pro Jahr

Wie ökologisch produziert H&M

4 von 10
40%

Wie viel Wasser wurde seit 2022 eingespart?

  • 22,8 % Reduktion des Frischwasserverbrauchs in Tier-1- und Tier-2-Nassverarbeitungsbetrieben
  • 20,3 % recyceltes Wasser in Tier-1- und Tier-2-Betrieben (2025).

Einordnung: 30 % Wassereinsparung halten wir für realistisch. Sehen eine gute Entwicklung. Deshalb vergeben wir hier einen halben Punkt.

Wie viel CO₂ wurde seit 2019 eingespart?

  • Scope 1 & 2 (eigene Betriebe): 41 % Reduktion (2025: 42.170 Tonnen CO₂e vs. 71.473 Tonnen 2019)
  • Scope 3 (Lieferkette): 34,6 % Reduktion (2025: 4.865.000 Tonnen CO₂e vs. 7.442.000 Tonnen 2019).

Einordnung: H&M ist hier auf einem guten Weg und wir sehen bereits eine Entwicklung zu 40% Gesamteinsparung, deshalb vergeben wir hier 1,5 von 2 Punkten.

Wie viel Müll konnte eingespart werden?

  • Verpackungen: Reduktion des Gesamtgewichts der Verpackungen um ~3 % (2025 vs. 2024).
  • 2025: 89.165 Tonnen Verpackungsmaterial. vs. 2024: 92.038 Tonnen.
  • Überproduktion: H&M gibt Deadstocks an die eigene Second Hand Plattform Sellpy ab.

Einordnung: 91 % des Abfalls wurden wiederverwendet oder recycelt. Unklar ist welcher Abfall das genau ist? Es fehlt die Aufschlüsselung auf Produktionsabfälle, Verpackungen und sonstiges. Das ist uns zu intransparent. 3% Einsparung von Verpackungsmüll halten wir für deutlich zu wenig.

Wie geht das Unternehmen mit Chemikalien um?

  • H&M ist Mitglied bei ZDHC
  • 70% der Fabriken haben auf detox.live Level 1 erreicht.
  • AFIRM Restricted Substances List (RSL) und ZDHC MRSL als Standard.
  • Verbot von Substanzen mit hohem Risiko (z. B. PFCs, Phthalate).

Reparatur und Kreislauffähigkeit bei H&M

1,5 von 3
50%

Sind die Produkte kreislauffähig?

  • Teilweise.
  • Laut H&M Group bestanden 2025 91 % der in Produkten eingesetzten Materialien aus „recycelten oder nachhaltig beschafften Materialien“

Einordnung: Diese Zahl ist missverständlich, denn darunter zählt das Unternehmen auch Kleidungsstücke, die aus nachhaltigen Materialien beschafft sind. Das ist nicht dasselbe. Da das Unternehmen hier nicht transparent ist, können wir diesen Punkt auch nicht abschließend bewerten.

Gibt es ein Reparaturprogramm?

  • H&M Care: Kostenlose Reparaturdienste für bestimmte Produkte (z. B. Jeans, Mäntel) in ausgewählten Filialen (Pilotprojekt in Schweden, Deutschland, Niederlande).

Quellen: https://hmgroup.com/sustainability

Wie wir unseren FutureScore ermitteln, kannst Du hier im Detail nachlesen.

Transparenzhinweis

Wir werten den Nachhaltigkeitsberichte mithilfe von KI aus, überprüfen die Ergebnisse redaktionell und ergänzen sie mit externen Recherchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wie nachhaltig ist H&M?KI-generiert
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner